🏅 Sechs Medaillen bei der Masters-EM in der Slowakei

Knapp vier Wochen nach dem grandiosen Auftritt der GSV-Masters bei den Deutschen Meisterschaften in Gera, stand für die erfolgreichen Gießener vom 18. bis 24. August mit den Europameisterschaften in Samorin, einem Vorort der slowakischen Hauptstadt Bratislava, das nächste Saison-Highlight an.

Über 4000 Teilnehmer aus ganz Europa, davon über 200 aus Deutschland, machten den Wettkampf zu einem Mammutereignis. Die sechs GSV-Teilnehmer waren zu 23 Einzelstarts und drei Staffeln gemeldet.

Das erfolgreiche GSV-Masters Team in Samorin
Das erfolgreiche GSV Masters Team in Samorin

An den sieben Wettkampftagen herrschte eine fantastische Atmosphäre in dem slowakischen Schwimm-Komplex. Einziger Kritikpunkt war die aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen langen Wartezeiten zwischen den Wettkämpfen, sodass die Spannung während der anstrengenden Wettkampftage etwas abfiel und am Ende des Tages die Luft raus war.

🎭 Auf und Ab der Gefühle für die GSV-Masters

Für die GSV-Masters war es ein Auf-und-Ab der Gefühle. Am Anfang sorgten zwei Medaillengewinne für großen Jubel. Im Verlauf der Wettkämpfe sollte sich jedoch auch zeigen, dass eine Europameisterschaft kein Wunschkonzert ist und die Gegner auch schnell schwimmen können. Einige vierte und fünfte Plätze brachten einen kleinen Knick in die gute Stimmung. Am letzten Tag der Meisterschaften konnte das Team dann nochmal das Hochgefühl von Medaillengewinnen genießen.

GSV-Masters-Trainer Ulrich Ringleb war im Vorfeld skeptisch, ob es gelungen war, die Top-Form der Deutschen Meisterschaften zu erhalten oder in nur vier Wochen sogar noch einen draufzusetzen. Gleich der erste Wettkampftag zeigte, dass dies wohl gelungen war und dass sich die vier Wochen mit hartem Zusatztraining während der Sommerferien im Hallenbad Pohlheim ausgezahlt haben.

🌟 Highlights: Vize-Europameisterinnen für den GSV

Vize Europameisterin Ann Kristin Neuloh-Stein
Vize Europameisterin Ann Kristin Neuloh-Stein

Es gab zwei absolute Highlights für das kleine Gießener Team: die Vize-Europameisterschaft für Ann Kristin Neuloh-Stein am letzten Wettkampftag (24.8.) über 200m Schmetterling. Einen Tag nach ihrem Geburtstag machte sich die jetzt 37-Jährige mit der Silbermedaille in 2:48,60 das schönste Geschenk. Für die Langstrecken-Spezialistin steht mit den Deutschen Freiwassermeisterschaften am 1. Septemberwochenende schon der nächste Saison-Höhepunkt auf dem Terminkalender. Hier geht sie als Titelverteidigerin in ihrer Altersklasse an den Start.

Diana Ewe (hinten) und Maike Höbel. Medaillengewinnerinnen für den GSV
Diana Ewe und Maike Höbel. Medaillengewinnerinnen für den GSV

Am Mittwochabend angereist, standen am Donnerstag früh ab 9:00 Uhr für Diana Ewe und Maike Höbel die ersten Wettbewerbe im Freibad des Olympiazentrums des slowakischen Schwimmverbandes auf dem Programm. Über 50m Rücken kamen Diana Ewe (AK45) und Maike Höbel (AK30) beide mit einer EM-Bronzemedaille aus dem Wasser. Diana Ewe setzte dabei ihren Höhenflug der letzten Meisterschaften fort, schwamm mit 0:33,94 erstmals unter 34 Sekunden und neue Bestzeit. Am Schlusstag im letzten Wettkampf gelang ihr ihr Meisterstück. Über 100m Rücken bewies sie große Nervenstärke. Nach einer eher mittelmäßigen Anfangszeit von 35 Sekunden schwamm sie auf den zweiten 50m mit 36 Sekunden nur unwesentlich langsamer und krönte sich zur zweiten Vize-Europameisterin für den GSV bei diesen Meisterschaften.

Maike Höbel hatte bei den letzten großen Titelkämpfen immer mit leichten Wehwehchen zu kämpfen. Bei der diesjährigen EM konnte sie endlich wieder einmal gesund an den Start gehen und gewann dank ihrer mentalen Stärke und Motivation ebenfalls mit neuer Bestzeit von 0:32,25 die Bronzemedaille in der Altersklasse 30. Als allerletzte Starterin des GSV holte sie sich mit 1:11,73 ihre zweite Bronzemedaille bei diesen Europameisterschaften.

In den beiden Lagenstaffeln hielt sie mit weiteren 32er Zeiten über die Rückenstrecke die Teams im Rennen. Über 200m Rücken verpokerte sie sich und ging das Rennen auch nach eigenem Bekunden deutlich zu langsam an und kam mit 2:38,25 etwas unter Wert geschlagen als gute Vierte aus dem Wasser.

🥉 Weitere Medaillen und starke Leistungen

Thomas Gerlach (AK45) brachte über 200m Brust nach einer taktischen Meisterleistung und einer herausragenden zweiten 100m in 2:44,06 eine weitere Bronzemedaille für den GSV zurück nach Hause. Über 100m Brust erreichte er mit 1:15,17 und Platz 7 eine weitere Top-Ten-Platzierung.

Obwohl sie an den Medaillenrängen vorbeischwamm, war Tanja Heinz (AK55), älteste GSV-Teilnehmerin und aktuelle Europameisterin des GSV auf der Kurzbahn, mit dem Verlauf des Wettkampfes zufrieden. Mit ihren Staffeleinsätzen startete sie insgesamt dreimal die 50m Schmetterling und schwamm dabei dreimal gute 32er Zeiten. Auf der Einzelstrecke 50m Schmetterling wurde sie in 0:32,93 Vierte.

In der am besten besetzten Altersklasse ging Daniel Fodor (AK30) an den Start.  Der derzeit schnellste GSV Schwimmer hatte nach einen Top-Resultaten bei den Deutschen Meisterschaften dismal keine Chance gegen die europäische Konkurrenz.  Mit 1:01,24 über 100m Schmetterling und guten 0:26,93 über 50m Schmetterling, fand er sich beidemal im Mittelfeld wieder.

🏊‍♀️ Staffeln knapp am Podium vorbei

Bitter wurde es für die drei GSV-Staffeln. Alle drei Staffeln landeten trotz guter Zeiten und perfekter Wechsel letztlich auf dem undankbaren Platz 4. Sowohl in der gemischten 4x50m Lagenstaffel als auch in den Lagen- und Freistil-Staffeln der Damen gab es nur den Platz neben dem Treppchen. Dabei hatte sich aber keiner etwas vorzuwerfen. Besonders knapp war es bei der 4x50m Lagen-Mixed-Staffel. Der Rückstand auf die Medaillenränge betrug nur 5/10 Sekunden.

📋 Fazit des Trainers und Ausblick

Der Trainer zog am Ende ein überaus positives Fazit: „Die Vorbereitung für diese EM war physisch und mental sehr herausfordernd. Für so einen kleinen Verein wie den GSV sind Medaillen bei Europameisterschaften schon etwas Großes. Nicht nur unsere Medaillengewinner, sondern jeder der sechs angereisten Schwimmer des GSV kann zufrieden sein. Alle kamen an ihre Bestzeiten heran. Einige stellten sogar neue Bestzeiten auf. Dass dann am Ende nicht für alle eine Medaille herauskam, ist Teil des Sports. Mal gewinnt man, mal verliert man. Dann waren andere eben besser. Wir haben aber mit den Deutschen Freiwassermeisterschaften und den Deutschen Meisterschaften auf der Kurzbahn in Berlin in diesem Jahr noch einiges vor!“.

Die erfolgreichen GSV-Masters haben sich jetzt eine kurze Trainingspause redlich verdient und steigen in drei bis vier Wochen wieder in die Vorbereitung auf die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften Ende November ein.

 

 

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